Die Frauen Afghanistans gehören heute zu den am stärksten entrechteten Menschen der Welt. Seit der erneuten Machtübernahme der Taliban hat sich ihre Lage dramatisch verschlechtert. Mädchen dürfen vielerorts keine weiterführenden Schulen oder Universitäten mehr besuchen – damit wird ihnen jede Zukunftsperspektive genommen. Bildung, die Grundlage für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe, wurde ihnen systematisch entzogen.
Auch im Gesundheitswesen ist die Situation alarmierend. Der Mangel an weiblichen Ärztinnen und Hebammen führt dazu, dass viele Frauen und Mädchen keine angemessene medizinische Versorgung erhalten, da kulturelle Normen männliche Behandler oft ausschließen. Besonders in ländlichen Gebieten sind Schwangerschaften und Geburten mit hohen Risiken verbunden, weil medizinische Hilfe kaum erreichbar oder gar verboten ist.
Hinzu kommt der Ausschluss aus dem Arbeitsleben. Zahlreiche Frauen verloren ihre Anstellungen oder dürfen nur noch unter strengen Einschränkungen arbeiten. Damit werden ganze Familien in Armut gestürzt, und das Land verliert wertvolle Fachkräfte und Stimmen, die zu seiner Entwicklung beitragen könnten. Die wirtschaftliche und soziale Isolation vieler Frauen nimmt von Jahr zu Jahr zu.
Unsere Organisation Adiyuva setzt genau hier an und hilft Frauen in Afghanistan, neue Wege zu finden. Wir fördern den Zugang zu Bildung durch lokale Lernprojekte und digitale Bildungsangebote, um Mädchen und jungen Frauen eine Zukunft zu ermöglichen.
Darüber hinaus unterstützen wir Frauengesundheitsprogramme, die den Zugang zu medizinischer Versorgung und Aufklärung verbessern. Gleichzeitig schaffen wir Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit – etwa durch Kleingewerbe, Handwerksinitiativen und berufliche Trainings.
Dabei arbeiten wir eng mit afghanischen Partnerinnen zusammen, um langfristige Strukturen zu stärken und kulturell sensible, nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Unser Ziel ist es, Frauen nicht nur zu unterstützen, sondern ihnen ihre Stimme, ihre Würde und ihre Zukunft zurückzugeben – Schritt für Schritt, in einem Land, das sie allzu oft vergessen hat.