Somalia erlebt derzeit eine der komplexesten Krisen des afrikanischen Kontinents. Nach Jahrzehnten des Konflikts wird das Land weiterhin von Gewalt, politischer Instabilität und extremen Wetterereignissen erschüttert. Bewaffnete Gruppen wie Al-Shabaab haben ihren Einfluss in weiten Teilen des Landes ausgeweitet und allein im Jahr 2024 über hundert Anschläge verübt. Gleichzeitig verschärfen Clan-Konflikte die Unsicherheit. Der Rückzug der afrikanischen Friedensmission ATMIS hinterlässt ein gefährliches Machtvakuum, das Zivilisten schutzlos macht und humanitäre Arbeit zusätzlich erschwert.
Doch nicht nur Gewalt bedroht die Menschen in Somalia – auch die Auswirkungen des Klimawandels sind verheerend. Nach einer der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten, die von 2021 bis 2023 andauerte, kämpfen weite Landesteile nun mit Überschwemmungen, Ernteausfällen und zerstörter Infrastruktur. Millionen Menschen haben ihre Lebensgrundlage verloren. Laut den Vereinten Nationen leiden über 4,3 Millionen Somalierinnen und Somalier an akuter Ernährungsunsicherheit, darunter 1,6 Millionen Kinder, die von schwerer Mangelernährung betroffen sind. Somalia zählt zu den Ländern, die am stärksten unter der Klimakrise leiden, erhält jedoch weniger als 0,1 % der globalen Klimahilfegelder – eine bittere Ungerechtigkeit für ein Land, das selbst kaum zur globalen Erderwärmung beiträgt.
In dieser äußerst prekären Lage arbeitet Adiyuva gemeinsam mit lokalen Partnern daran, das Überleben und die Widerstandskraft der Menschen zu sichern. Unsere Teams leisten Nothilfe in besonders betroffenen Regionen, stellen sauberes Trinkwasser und Nahrung bereit und unterstützen mobile Gesundheitseinheiten, die auch abgelegene Dörfer erreichen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Bekämpfung von Kinder- und Mangelernährung: Wir betreiben Behandlungsprogramme, versorgen Familien mit nahrhaften Lebensmitteln und stärken lokale Gesundheitszentren mit Schulungen und medizinischer Ausrüstung.
Darüber hinaus fördert Adiyuva Wasser- und Landwirtschaftsprojekte, die Gemeinden helfen, sich an Klimaveränderungen anzupassen – etwa durch die Wiederherstellung von Brunnen, die Reparatur von Bewässerungssystemen und den Anbau klimaresistenter Pflanzen. Wir unterstützen auch Einkommensprogramme für Frauen und Kleinbauern, um die Abhängigkeit von Hilfslieferungen zu verringern und langfristige Stabilität aufzubauen.
Trotz anhaltender Unsicherheit bleibt Adiyuva in Somalia aktiv. Unser Ziel ist klar: Leben retten, Gemeinschaften stärken und die Zukunft der Menschen sichern – auch unter den schwierigsten Bedingungen. Denn Hoffnung darf selbst dort nicht verschwinden, wo Krisen zum Alltag geworden sind.